Mittwoch, 6. August 2014

Wieder zuhause

Wir sind wieder zuhause!

Nach einem kurzen Frühstück im Motel ging es direkt zum Flughafen, wo wir unseren Mietwagen abgaben und mit dem Shuttle zur Abflughalle gebracht wurden. Wir ließen noch ein letztes Mal die Umgebung hier auf uns einwirken: Oberleitungen soweit das Auge reicht, grundlos hupende Autos (nein, die meinten nicht uns :-), rote Ampeln bei denen man trotzdem rechts abbiegen darf (es sei denn, dafür gibt es dann wieder eines der vielen Verkehrsschilder, die davon wieder eine Ausnahme machen), freundliche Menschen sowie Servicekräfte, für die Service noch eine Selbstverständlichkeit ist.



Die Wartezeit verbrachte jeder von uns mit seinem persönlichen, gedanklichen Rückblick auf die vergangenen 20 Tage. Wir haben wieder tolle, und unvergessliche Eindrücke gesammelt und viel erlebt. Wir sind stolz darauf, dass wir die Liste der Dinge, die man im Leben unbedingt gesehen haben muss, wieder um einige wichtige Punkte abhaken konnten: Chicago, Buffalo, Niagara Falls, Toronto, Detroit, Oshkosh und natürlich: alle großen Seen.


Die ganze Abwicklung unseres Rückfluges - von Einchecken. über den Umstieg in JFK, bis zur Gepäckausgabe in Düsseldorf - verlief planmäßig und auch weniger hektisch als beim Hinflug. Das Programm im Flieger war wieder sehr kurzweilig und niemand von uns hat geschlafen. Trotz des verspäteten Abflugs von fast einer Stunde in JFK waren wir 5 Minuten vor der geplanten Ankunftszeit in Düsseldorf. Die ersten vier Gepäckstücke auf dem Gepäckband waren ... unsere! Das machte uns schon ein wenig stutzig. Kann ja nicht sein, dass alles so glatt laufen kann. Und siehe da: Unser Abholer konnte dann, wegen einer Vollsperrung der Zufahrten ("verdächtiger Gegenstand") nicht zum Flughafen gelangen, so dass wir dann eben vor dem Flughafen völlig fertig auf unseren Koffern sitzend auf die Aufhebung der Sperrung warten mussten. Die fast zwei Stunden gedauert hat.
Aber egal. Nun sind wir wieder zuhause. Haus, Möbel und vor allem die Tiere sind noch da und alles in bester Verfassung. An dieser Stelle nochmals ein Dankeschön an alle, die ein Auge auf unser Heim geworfen hatten. Die Koffer sind ausgepackt und wir haben den restlichen Tag (wir waren etwa um 11:00 Uhr deutscher Zeit zu Hause) mit Schlafen verbracht.
Nun aber zu der versprochenen Statistik (Wer Lust hat, kann ja zum Vergleich mal auf die unserer letzten USA-Reise schauen):

Anzahl Übernachtungen: 19
Anzahl bereister Länder: 2
Anzahl neu bereister/betretender US-Bundesstaaten: 5 + 1 kanadischer
Mir dem Mietwagen zurückgelegte Strecke: 3245 Meilen (5222 km)
Anzahl Digitalfotos bzw. -Videos: mehr als 2951
Anzahl Hurricanes, Erdbeben und anderer Naturkatastrophen: diesmal 0
Anzahl Koffer bei Einreise: 3
Anzahl Koffer bei Ausreise: 4
Anzahl während der Reise ausgefallener Milchzähne: 1
Anzahl gesehener Flugzeuge: schätzungsweise 12.000+
Anzahl selbst geflogener Flugzeuge: 1
Verlorene Gegenstände: keine - unglaublich, aber wahr

Damit endet dieser Blog ein weiteres Mal - vorläufig :-)

Montag, 4. August 2014

Wir sind einmal rum!

Den Samstag, unseren dritten Tag auf dem AirVenture in Oshkosh verbrachten wir zum großen Teil im KidVenture-Areal dieses Mega-Spektakels. Hier hatten die EAA-Leute einen Sack voll Aktivitäten für die jungen Gäste vorbereitet. Echt toll, was die hier alles für die Kiddies machen. Unter anderem konnten die Kinder an verschiedenen Stationsläufen teilnehmen. Es gab einen für "werdende Piloten", wo man sein erstes Logbuch bei den verschiedenen Lernstationen über Navigation, Wetter usw. abstempeln lassen konnte und einen zweiten für "werdene Flugmechaniker". Hier wurde den Kindern (und dahinterstehenden Vätern, mit der Ausrede der Übersetzungsnotwendigkeit, die aber eigentlich gar nicht notwendig war) an tollen Modellbauten erklärt, wie z. B. die Hydraulikbremse bei einer Cessna funktioniert und wie man die Bremsscheiben wechselt. Emelie hat an diesem Parcour mit Erfolg teilgenommen. Dafür gab es zur Belohnung einen Anstecker, einen Knarrenkasten und eine Urkunde, die Emelie bescheinigt, dass sie zu ihrer späteren Karriere als geprüfte Flugmechanikerin nach amerikanischem Gesetz zwei Praxisstunden angerechnet bekommen kann ;-) 

Währenddessen nahmen Sonja und Linus an einem der Hubschrauber-Rundflüge in der Bell über das AirVenture Gelände teil. Verhältnis Warte- zu Flugzeit etwa 70 : 5 (wobei 90:5 angekündigt waren).
Hinterher ging es für alle gemeinsam noch zum AirVenture-Museum der EAA, das auch auf dem Gelände steht.
Der Höhepunkt des Tages war jedoch die Night-Airshow mit anschließendem Feuerwerk. Die Warbirds absolvierten in der Dunkelheit ihr Kunstflugprogramm und waren dabei entweder mit besonders vielen Lichtern ausgestattet oder sprühten Feuer oder feuerten die an ihren Flügeln montierten Feuerwerksraketen ab. Wenn in Deutschland einer auf die Idee kommen würde, sich Feuerwerkskörper ans Flugzeug zu binden, würde der für verrückt erklärt oder gleich in die Klapsmühle gesteckt werden.

Am nächsten Morgen (Sonntag) starteten wir dann den vierten Tag in Oshkosh, den wir aber dort nicht zu Ende brachten. Die Karten für den Sonntag waren viel günstiger, als für die anderen Tage des Spektakels. Sonntag sollte der Familientag sein. Wir rechneten also mit regem Betrieb - immerhin sollten auch die Thunderbirds nochmal ihr Programm aufführen. Aber das Gegenteil war der Fall: Es war verhältnismäßig wenig Publikum da und viele der Flugzeuge und Camper hatten auch schon den Heimweg angetreten, genauso wie viele Aussteller.
Wir, d. h. Emelie, beendete zunächst den "Technik-Parcour", den wir oben beschrieben hatten (ja, das war an einem Tag alles gar nicht zu schaffen) und sahen uns noch den nördlichen Teil des AirVentures-Areas an, den Warbird-Bereich. 
Dann kam der erste, weltuntergangsmäßige Wolkenbruch, der uns in die Ausstellungshangars und in die Souvenir-Shops zwang. Dann kam der Zweite, der Dritte ...
Das machte dann keinen Spaß mehr. Wir entschlossen uns daher, in unsere Herberge zurückzukehren, die Koffer zu packen und unsere Tour weiter fortzusetzen. Dann würden wir allerdings die Airshow verpassen, aber die hatten wir ja nun schon insgesamt dreimal gesehen.
Gesagt getan. Koffer gepackt, ausgecheckt und ab nach Chicago. Der Weg führte uns über den Kettle Morraine State Park (sind allerdings nur über den Scenic Drive gefahren) und über Milwaukee. Überall gab es für uns nur kurze Stopps, denn der Regen schien uns zu folgen. Wir endeten dann in einem Motel nördlich von Chicago, wo wir uns so langsam aber sicher auf unsere Heimreise einstimmten.

Am Montag ging es nach einem Besuch in "Emily's Pancake House" dann nochmal nach Chicago Downtown, ins Fashion Outlet und nach Monee, wo wir uns nochmal einen Airpark angesehen haben. Die letzte Station war dann ein Motel in der Nähe des O'Hare Flughafens wo wir nochmal unser Hab und Gut gesichtet, geordnet und für den morgigen Flug gepackt haben.
Besonders erwähnenswert wäre vielleicht, dass wir durch die intensive Anwendung unserer Englischkenntnisse in den letzten Tagen wohl haben vergessen wie zu sprechen däutsch.

Dies ist somit der vorletzte Beitrag in unserem Blog. Morgen werden wir einen langen und anstrengenden Flug und sicher keine Zeit haben, hier was zu posten. Aber wie immer folgt noch ein letzter Beitrag von uns, wenn wir wieder daheim sind - mit der beliebten "Statistik".

Freitag, 1. August 2014

Oshkosh!

Auf ging es nach Oshkosh. Es war tatsächlich so, wie es mir alle beschrieben hatten: Flugzeuge so weit das Auge reichte, am Boden und in der Luft. Wir kamen erstaunlich gut durch und waren sehr schnell auf dem Flugzeuggelände. Man merkt, dass die EAA das AirVenture nicht zum ersten Mal abhält - alles prima durchorganisiert.

Wir verschafften uns einen ersten Überblick und sahen uns den einen oder anderen Stand an. Auch Emelie's Wunsch-(Modell)-Flugzeug, die Icon A5, war hier ausgestellt.

Am Nachmittag dann sahen wir uns die Flugshow an. Die Kunstflugstaffel der Air Force, die Thunderbirds, kamen heute an. Deren Kunstflugprogramm stand zwar erst für die nächsten Tage auf dem Programm, aber die Ankunft selbst wurde durchaus auch durch ohrenbetäubende tiefe Überflüge mit Nachbrenner zelebriert. 
Leider hatten wir etwas Pech mit dem Wetter. Während der Flugshow ergossen sich zwei kurze aber heftige Regenschauer über uns. Wir suchten wie viele andere Zuschauer auch einfach Schütz unter dem nächsten Flugzeug. 

Nach Abschluss der Airshow und gefühlten 130 gelaufenen Kilometern machten wir uns zurück auf den Weg zu unserem Auto. Bis zu unserer Unterkunft - im Wohnheim der Universität Oshkosh - waren es nur wenige Kilometer. Es ist schon sehr spartanisch hier - eher Jugendherbergsniveau - aber wenn man sich hier zur AirVenture-Zeit im Super8 hätte niederlassen wollen, dann hätte man pro Nacht 250 Dollar auf den Tisch legen müssen.

Abends gingen wir noch kurz was essen, bevor dann alle vor Erschöpfung in ihren Betten einschliefen.

Am nächsten Morgen ging es dann wieder zur AirVenture. Diesmal haben wir uns unter anderem auch die Seaplane-Base angesehen.

Und am Nachmittag dann wieder die Airshow - diesmal mit dem beeindruckenden Kunstflugprogramm der Thunderbirds. Allerdings hatte es auch dieses Mal wieder geregnet, wenn auch nicht ganz so schlimm wie am Vortag.

Und wir hatten immer noch nicht alles gesehen ... 

Mittwoch, 30. Juli 2014

Strandtag

Heute haben wir uns einen ruhigen Strandtag gegönnt. Wir schliefen aus, haben dann gemütlich auf dem Zimmer gefrühstückt und sind dann langsam Richtung Nordwesten aufgebrochen um auf die "Spitze" der Halbinsel Door Penninsula zu fahren. Im Whitefish Dunes State Park haben wir dann eine kurze Wanderung über die Dünenlandschaft gemacht und uns anschließend am Strand niedergelassen.
Während Sonja und Frank am Strand gedöst haben, bauten die Kinder zunächst eine Sandburg. Dabei wurden sie von ihrem neuen amerikanischen Freund Hans und dessen Vater Gehrig tatkräftig unterstützt. Vor, während und nach dem Bau der Burg, die von den vorbeigehenden Strandbesuchern einstimmig auf "big awesome castle" getauft wurde, sprangen die Kinder natürlich auch ins kühle Nass.
 

Wir fuhren am späten Nachmittag dann schon wieder ins Motel und ließen den Tag dort gemütlich ausklingen. Denn in den nächsten Tagen brauchen wir unsere Kräfte für den Besuch der AirVenture-Flugshow in Oshkosh.

Dienstag, 29. Juli 2014

Netz!

Seit Kanada waren wir nur in den Motelzimmern online. Denn weder die SIM-Card, die Frank schon von Deutschland aus geordert hatte (war inzwischen angekommen - lange Geschichte), noch die, die wir uns im T-Mobile-Shop gekauft hatten, funktionierten hier im Norden. Gott sei Dank hat sich Wi-Fi überall etabliert. Jedes unserer Motels bisher hatte WLAN im Angebot. So konnten wir wenigstens am Abend ein wenig im Internet surfen und unseren Blog aktualisieren. 
Aber seit heute haben wir endlich auch wieder unterwegs Empfang, denn es ging wieder Richtung Süden. Zunächst hatten wir noch die ca. dreistündige Bootsfahrt auf dem Superior Lake an der Küste des Pictured Rock National Parks absolviert. Uns wurden wirklich sehr schöne Strandabschnitte und Felsen  gezeigt.

Leider spielte das Wetter heute nicht richtig mit. Zuerst war es kalt, dann nebelig und zum Schluss hat es geregnet. Letzteres aber erst wieder, als wir schon auf der Straße unterwegs waren. Trotzdem hat uns das ungemütliche Wetter immer weiter in Richtung Süden getrieben, so dass wir jetzt schon eine Station weiter gefahren sind, als ursprünglich geplant. Wir checkten heute in einem Motel in Green Bay ein, dass nur wenige Stunden von unserem nächsten großen Ziel, Oshkosh, entfernt lag. Die Nähe zu dem weltweit größten Event der Allgemeinen Luftfahrt hat man allerdings gemerkt. Erst beim vierten Anlauf fanden wir ein Motel mit einem freien Zimmer für uns. Noch kurz eingekauft und gemütlich auf dem Zimmer zu Abend gegessen (ja, Salat und Obst) und damit war der Tag auch schon wieder vorbei.

Montag, 28. Juli 2014

Schon wieder Sand ... viiel Sand

Wir verließen heute die Michigan-Halbinsel nach Norden über die Mackinac Bridge, eine der größten Hängebrücken der Welt. Auf der anderen Seite angekommen, erklommen wir gleich den Castle Rock um einen schönen Blick auf den nächsten Great Lake zu ergattern. Die untere Hälfte des Lake Michigan haben wir bereits gesehen (die andere Hälfte kommt noch), den Erie-See vollständig umrundet und warne auf dem Ontario rumgeschippert. Jetzt hatten wir auch den Huron gesehen.

Danach fuhren wir weiter nach Nordwesten um in dem letzten der Großen Seen die Füsse rein zu halten: Lake Superior. In der idyllischen und gemütlichen Küstenstand Grand Marais, wo wir kurz Rast hielten, begann der Pictured Rock Lakeshore National Park. Besonders nennenswerte Stationen waren hier die Sable Falls und die Dünen. Als ob es gestern im Sleeping Bear Dunes Park nicht schon gereicht hätte, fanden wir hier wieder eine hohe und steil abfallende Düne vor. Die Kinder sind sie selbstverständlich - diesmal mehrmals - runtergerannt und hochgeklettert - sehr zur Bewunderung der vielen weiteren anwesenden und schnaufenden Dünenkletterern.
Diesmal war die Sicht auf die Düne und den angrenzenden See jedoch um ein Vielfaches besser.

Das heutige Tagesziel lautete Munising. Hier haben wir uns bereits Tickets für eine dreistündige Bootstour entlang der Pictured Rocks für den nächsten Tag besorgt. Heute aber schlossen wir den Tag mit einem leckeren Burger im "Dog Patch" und ein paar fettverbrennenden Runden im Pool ab.  

Sonntag, 27. Juli 2014

Michigan-Halbinsel

Die Michigan-Halbinsel, die wir heute durchquerten, gefiel uns sehr. Landschaftlich reizvoll, schöne Häuser und eine wunderbar zu fahrende Strecke abseits der Highways. Gegenüber unser ursprünglichen Planung haben wir uns für eine Abkürzung "diagonal" über die Halbinsel entschieden. Zuerst wollten wir geradewegs nach Westen und dann dort an der Küste hoch. Jetzt führte eben nur noch ein Drittel der Strecke direkt an der Küste vom Lake Michigan entlang, aber das tat dem Ganzen keinen Abbruch. Trotz der Abkürzung waren wir heute doch noch insgesamt über fünf Stunden unterwegs.
Unterbrochen haben wir unsere Fahrt nur einmal für den Besuch des Sleeping Bear Dunes Nationalpark. Der Weg dahin war sehr verregnet, aber was das angeht hatten wir heute wieder Glück: Als wir ankamen war es trocken. Das einzige Problem war, dass der Nationalpark quasi in einer einzigen Wolke hing.
An einer der berühmten Dünen, die über 150 Meter hoch direkt an dem Lake Michigan steil berauf geht, konnte man von oben das Wasser aufgrund des Nebels nicht mehr erkennen.
Das hielt Sonja und die Kinder - ebenso wenig wie viele andere Verrückte - nicht davon ab, da runter zu rennen, die Füße kurz ins Wasser zu halten und dann wieder empor zu stapfen. Im Reiseführer stand, dass man für den Rückweg bis zu zwei Stunden einplanen müsse. Sonja und die Kinder schafften es in etwa 40 Minuten. Linus und Emelie kamen als Erste hoch. Linus ließ sich von Frank Wasser geben und rannte damit wieder die Düne runter, um Sonja, die noch auf halber Strecke im anstrengenden Aufstieg hing, zu versorgen. 
Frank hatte das Ganze aus sicherer Entfernung für die Nachwelt dokumentiert (wofür er dann im weiteren Verlauf der Reise auch mehrmals aufgezogen wurde). Während er da oben auf seine Familie wartete, die er wegen dem Nebel ja nicht mal mehr sehen konnte, hat er einige jammender und wimmernde Erwachsene gesehen, die auf dem letzten Loch pfiffen, als sie oben ankamen.

Der Nationalpark war toll und ist sehr zu empfehlen, auch wenn sich die View heute nicht wirklich
zeigen konnte.


Nach einigen schönen Stunden im Nationalpark - inklusive des von Streifenhörnchen intensiv beobachteten Picknicks -  fuhren wir die vielen idyllischen Küstenstädtchen (und Airparks:-) entlang  bis nach Petoskey. 
Wir sind heute also wieder weiter voran gekommen als geplant.